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Pressemitteilung "IT-Systeme für das Product Life Cycle Management (PLM) - Der Wert der Offenheit" ist in Japan erschienen

Tina Müller | 30. November 2017

Ein Plädoyer für den „Code of PLM Openness“ von Dr. Dietmar Trippner, Dr. Michael Stephan und Amelie Leipprand in der Fachzeitschrift DIN Mitteilungen

+++ zusammengefasst von Tina Müller, CONWEAVER GmbH +++

Abstrakt

Die Autoren fassen die nach ihrer Meinung essentiellen Anforderungen an eine moderne PLM-Infrastruktur zusammen. Grundlage für eine solche Strategie sind demnach definierte Schnittstellen, welche Systemunabhängigkeit ermöglichen und so Änderungsaufwände bei der Anpassung von Prozessen erheblich reduzieren. Der „Code of PLM Openess“ (CPO) setzt sich für diese Schnittstellen bzw. Offenheit der Systeme ein. Eine große Anzahl namhafter Unternehmen haben diesen bereits unterschrieben, CONWEAVER befindet sich als erstes Unternehmen im Zertifizierungsprozess, drei weitere Unterzeichner folgen in Kürze. Ein Anfang ist demnach gemacht, doch bis zur vollständigen Offenheit der Systeme ist es noch ein langer Weg.

Der Artikel zeigt die Relevanz des Themas PLM-Offenheit. Wir möchten daher die Übersetzung und Veröffentlichung des Artikels in Japan als Anlass nehmen, Ihnen hier einen kurzen Abriss seines Inhaltes wiederzugeben. Den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe DIN Mitteilungen 2017-09.


Die Autoren Trippner, Stephan und Leipprand beschreiben wie in Zeiten, in denen Prozesse in Entwicklung, Produktion und Service immer komplexer werden und die Gültigkeitsdauern zunehmend verkürzt sind, agiles Handeln und Denken zunehmend an Bedeutung für den Erfolg eines Unternehmens gewinnen. Eine geeignete PLM-Strategie sollte deshalb in der Lage sein, bevorstehende Veränderungen vorhersehen zu können und zudem proaktiv, innovativ und flexibel auf die Geschäftsziele des Unternehmens ausgerichtet sein.

Dies ist nur möglich, wenn sich moderne PLM-Infrastrukturen öffnen, wenn sie selbst agil werden. Durch definierte Schnittstellen entfliehen sie der Systemabhängigkeit, bringen neue Möglichkeiten bei der Anpassung und Neugestaltung von Prozessen und reduzieren Änderungsaufwände erheblich. Dadurch können Lösungen nach funktionalen und wirtschaftlichen Aspekten im Produktentwicklungsprozess ausgewählt, in einem Gesamtverbund integriert und schnell genutzt werden. Die Notwendigkeit hierfür zeigen die Autoren an einem Beispiel aus den Jahren 2004 und 2008: Ein sehr hoher Ölpreis weckte in der Automobilindustrie einen kurzen Bedarf bei der Fahrzeugkonstruktion stärker auf Leichtbau zu setzen, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Für die Machbarkeit dieser Änderung in Großserie, mussten kurzfristige Prozesse ertüchtigt, Spezialsysteme entwickelt bzw. gekauft und in Prozessketten integriert werden. Dies wurde von den geschlossenen Systemen zunächst nicht erlaubt. Nur durch viel Zeit und Mühe war das Vorhaben letztendlich möglich.

Key Aspects of PLM Openness (Quelle: www.prostep.org/cpo)

 

Offenheit wird das neue Fundament der zukunftsfähigen PLM-Strategie. Führende Unternehmen aus Automobil- und ihrer Zulieferindustrie haben dies vor Jahren erkannt und innerhalb des ProSTEP iViP e.V. ein Grundsatzpapier bzgl. Offenheit von PLM-Systemen verfasst: den „Code of PLM Openess“ (CPO). Inzwischen zählen 88 internationale Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen zu den Unterzeichnern des CPO. Seit 2016 ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Schirmherr des CPO. Der „Code of PLM Openess“ dient jedoch lediglich als Grundlage für ein gemeinsames Grundverständnis auf der Anbieter- sowie Anwenderseite, indem er PLM-Offenheit definiert und die damit verbundenen Forderungen und Eigenschaften vorgibt. Eine agile PLM-Strategie kann nur erfolgreich sein, wenn Offenheit auch von den Anwenderunternehmen gefordert und den Systemanbietern eingehalten wird.

Während viele PLM-Systemanbieter ihren Kunden möglichst ein Komplettangebot für die verschiedenen Aufgaben im Product Lifecycle Management anbieten, welche gekennzeichnet von einer homogenen und durchgängigen Benutzerlogik sind, verhält es sich Anbietern von Speziallösungen anders. Ihr Fokus liegt auf speziellen Funktionen oder einer hohen Wirtschaftlichkeit. Integrationsfähigkeit in heterogene Bebauungstrukturen ist für sie nicht nur ein wichtiges Verkaufsargument, sondern ein Muss. Diese Vorgehensweise illustrieren die Autoren anhand von CONWEAVER, wofür wir uns recht herzlich bedanken möchten.

Neben Standardschnittstellen beinhalten diese Systeme häufig proprietäre Formate, um sich noch besser in fremde Systemwelten integrieren zu können. Aus diesem Grund schränkt manch ein Anbieter von Komplettlösungen seine Offenheit gerne nachträglich oder technisch ein. Damit diese Taktik jedoch nicht zu offensichtlich ist, werden die auf dem Markt geforderten Standards unterstützt und Offenheit vorgegeben. Der Anwender kann solche Defizite schwer nachweisen und muss seine versprochene Offenheit oft mühselig einfordern, ohne Garantie auf Erfolg, kritisieren die Autoren. 

Die Frage ist nun, wie man Offenheit dennoch erreichen kann. Für die erfolgreiche Umsetzung einer offenen PLM-Strategie benötigt es nach Trippner et. al. persönlichen Willen, Transparenz, Commitment und Konsequenz. Unternehmen und Systemanbieter, die sich für eine offene PLM-Bebauung einsetzen, werden am Ende die Gewinner sein, so die Autoren. Nur durch Offenheit ist eine agile PLM-Strategie möglich, die den Herausforderungen des verschärften Wettbewerbs und der zunehmenden Globalisierung standhalten können.

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